Geschichte

Altenheim der Alerds-Stiftung Geschichte

Im Jahre 1786 hinterließ Sophie Marie Alerds, geborene Lüdden, Witwe des Domvikars Gottfried Alerds, ihr Vermögen in Form einer Stiftung zum Kauf eines Witwenhauses.

Dieses Haus befand sich bis zur Zerstörung 1944 in der Turnierstraße, nahe der Martinikirche.

Testamentarisch legte Frau Alerds fest, dass 12 arme, notleidende und hilfsbedürftige Witwen, die ein ehrliches, bescheidenes und christliches Leben führten, in diesem Haus wohnen sollten.

Alle Witwen, die ihre Abstammung von der Familie der Gründerin nachweisen konnten, genossen bei der Aufnahme den Vorzug vor allen anderen Bewerberinnen.

Außer „freier Wohnung“ stellte Sophie Marie Alerds jeder der zwölf Bewohnerinnen der Stiftung ein Unterhaltsgeld zur Verfügung, das ihnen einmal wöchentlich zugeteilt wurde. Zusätzlich hatte die Stifterin testamentarisch eine Zuwendung vorgesehen, die die Frauen an bestimmten Tagen des Jahres erhalten sollten.

In ihrem Testament legte die Stifterin darüber hinaus fest, dass alle in der Stiftung lebenden Witwen zweimal täglich, morgens und abends, Gebetsstunden abhalten sollten. Des Weiteren sollten die Frauen sich untereinander gut verstehen und regelmäßig an Gottesdiensten teilnehmen. Damit sie dies ungehindert tun konnten, sollte ihnen eine Haushaltshilfe zur Verfügung gestellt werden.

Dem Wunsch der Domvikarswitwe entsprechend sollte der Nachlass der verstorbenen Stiftungsbewohnerinnen, im Falle, dass sie keine Kinder bzw. Geschwister hinterlassen, der Stiftung zugute kommen. Dagegen wurden alle Kosten für ärztliche Versorgung, Kuren und Begräbnisse bei Witwen, die nicht genügend Vermögen besaßen, von der Stiftung getragen.

Um ihr Vorhaben zu verwirklichen, benannte Frau Alerds den Bürgermeister der Stadt, den Senior der St. Martini Kirche sowie den Rechnungsführer der St. Martini Kirche, die den Vorstand der Stiftung bildeten und diese nach bestem Wissen und Gewissen im Sinne der Gründerin führen sollten. Alle Entscheidungen sollten gemeinsam nach Abstimmung getroffen werden.

Im Hinblick auf die durch Kriegsereignisse, Inflation und Währungsreform wesentlich veränderte Lage der Stiftung und zur Anpassung an die neuere Entwicklung der sozialen Verhältnisse und der Gesetzgebung beschloss, der Vorstand am 22. Juni 1965 eine Neufassung der Satzung, die den von der hochherzigen Stifterin beabsichtigten Stiftungszweck aufrecht erhält und die Weiterführung der Einrichtung im Sinne der von der Stifterin hinterlassenen Grundsätze ermöglicht.

Das frühere Witwenhaus in der Turnierstraße ist durch Kriegseinwirkung im Jahre 1944 völlig zerstört worden. An dessen Stelle wurde ein Altenheim in Braunschweig, Donaustraße 10, in Betrieb genommen. Heute ist das Altenheim in der Donaustraße nach vollständiger Renovierung ein helles und freundliches Haus mit einladenden Räumlichkeiten.